Aus der Geschichte des Gesangvereins

Historie des Vereins: Teil 1

Im Jahre1880 gründeten 43 sangesfreudige Männer der damaligen selbstständigen Gemeinde Wildsachsen einen Gesangverein. Entstanden ist der Verein aus einer Gesangsabteilung des damaligen Krankenvereins. Man gab dem neu gegründeten Verein den Namen „Eintracht".


Erstaunlich ist, dass schon im Jahre 1881 ein erstes öffentliches Konzert aufgeführt wurde.

In den folgenden Jahren 1882 bis 1888 wurden jährlich zwei öffentliche Konzerte gegeben. 1889 erwarb der Verein für 325 Reichsmark seine Vereinsfahne. Bei der im gleichen Jahre stattfindenden Fahnenweihe wechselte der Verein den Namen. Als neuer Name wurde einem alten Ortswappen entsprechend, das einen Eichenbaum trägt, " Deutsche Eiche " gewählt. 


Durch die Teilnahme an Freundschaftssingen benachbarter Vereine wurde der Verein bekannt und beliebt.

Dies zeigt auch der Besuch von vielen Vereinen anlässlich des 25-jährigen Stiftungsfestes im Jahre 1905. Im Jahre 1912 kam das aktive Vereinsleben zum Erliegen, da die Sängerzahl zu gering war. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges verhinderte das weitere Vereinsleben und auch die Nachkriegsjahre ließen bis zum Jahre 1920 jegliche Arbeit ruhen.

Im Jahre 1920 wurde das Vereinsleben von 32 Sängern wieder aufgenommen und es sollten nun Jahre des Erfolgs kommen. Es wurden Ehren-, Höchst- und Klassenpreise erreicht. 

1930 feierte der Verein sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Auf Betreiben des Chorleiters Herrn Korn, wurde dem Verein als einmalige Ausnahme auf Grund der vorausgegangenen Leistungen die Zeltermedaille überreicht. Es handelt sich hierbei um eine staatliche Anerkennung von Chören, die sich nachweislich besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes erworben haben. Eine Auszeichnung, auf die der Verein besonders stolz sein kann.

Ohne besondere gesangliche Höhepunkte verlief die Zeit bis 1939. In diesem Jahre wurde das Fest der 50 jährigen Fahnenweihe gefeiert. Dieses Fest bildete einen Höhepunkt und auch gleichzeitig einen vorläufigen Abschluss im Vereinsgeschehen. Durch die politischen Wirren des 2.Weltkrieges erlosch das Vereinsleben bis zum Jahre 1946.

Bereits im Jahre 1947 wurde die Vereinsarbeit wieder aufgenommen. Aufgrund der Besatzungsvorschriften trug der Verein von 1947 bis Anfang 1948 wieder seinen ursprünglichen Namen „Eintracht". Ab dem Jahre 1948 durfte der Verein wieder den alten Namen Deutsche Eiche übernehmen. Im Jahre 1949 wurde ein Sängertag anlässlich des Festes der 60-jährigen Fahnenweihe ausgerichtet.

Die Feierlichkeiten zum 75jährigen Bestehen wurden im Jahre 1955 begangen. Die weiteren Vereinsjahre verliefen mit wechselnden Erfolgen mit zahlreichen Besuchen von Freundschaftssingen und Prädikat-Wertungssingen.

Ab September 1959 bis 1961 ruhte wegen zu geringer Sängerzahl das aktive Vereinsleben.  Ebenso in der Zeit von 1962 bis 1963. Dank einiger Idealisten wurde 1967 das Vereinsleben wieder aufgenommen und bis zum heutigen Tage aufrechterhalten. Den Höhepunkt des Wiederbeginns bildete das Jahr 1968 als eine neue Vereinsfahne mit der Aufschrift „Schöpft aus dem Liede alle Zeit, Kraft, 

Freude und Geselligkeit" angeschafft wurde. 

Im Jahre 1969 wurde das Fest des 90 jährigen Bestehen gefeiert. 
Im Herbst 1970 gründete der Gesangverein eine Frauengesangsabteilung, der sich 20 Frauen spontan anschlossen. Der Grund für diese Neugründung war, den Verein attraktiver in seiner Programmgestaltung werden zu lassen. 

Historie des Vereins: Teil 2

Im Jahre 1972 wurden beide Gesangsabteilungen zu einer gemischten Chorgruppe zusammengefasst. Ein Kinderchor und ein Jugendchor wurden in der Zwischenzeit ins Leben gerufen, aber wegen zu geringer Anzahl nach einigen Jahren wieder eingestellt.

Nicht vergessen werden darf die Mitwirkung ab dem Jahre 1972 an den alljährliche stattfindenden Kappensitzungen in der Wildsachsenhalle. Bis heute ist der Verein Mitveranstalter der traditionellen Faschingsveranstaltungen. Von Anfang an bildete sich eine kleiner Sängergruppe die sich zu Beginn Hollerbachsänger und nach wenigen Jahren, als nur noch Männer mitwirkten, Bembelsänger nannten. Auch heute noch wird von ihnen neben einem Showproramm alljährlich das Ortsgeschehen musikalisch aufgearbeitet und vorgetragen. Seit 2010 werden die Bembelsänger bei ihrem Showprogramm durch Frauen unterstützt und treten gemeinsam als Bembelsingers auf.


Im Jahre 1980 wurde als weiterer Höhepunkt des Vereins das 100-jährige Vereinsjubiläum in einem großen Festzelt, das auf dem Sportplatz aufgestellt wurde begangen. 


Den Jahren nach diesem Fest folgte die Beteiligung an Freundschaftssingen und normale Gesangsarbeit. Im Jahre 1995 wurde das Fest des 110-jährigen Bestehens begangen. 

Durch intensive Werbung gelang es dem Gesangverein immer wieder aktiv interessierte Sängerinnen und Sänger für den Chorgesang zu begeistern. So wurden verschiedene Herbstkonzerte veranstaltet. Der Erlös dieser Veranstaltungen wurde unter anderem für die Renovierung der evangelischen Kirche und für die Anschaffung von Spielgerät für den Kindergarten zur Verfügung gestellt. 

2005 feierte der Verein mit einer zweitägigen Veranstaltung, einem Jubiläumskonzert und einem Liedernachmittag, gebührend sein 125-jähriges Jubiläum. 


Anlässlich der 900 Jahrfeier von Wildsachsen im Jahre 2007 gründete sich neben dem Traditionschor ein Projektchor, der sich mit moderner und fremdsprachiger Chorliteratur beschäftigte. Zu dem Erfolg der Feierlichkeiten der Jubiläumsfeier konnten damit zwei Chöre des Vereins beitragen. Beide Chöre fanden beim Publikum großen Anklang. Aus dem Projektchor entwickelte sich nach dem Fest ein „Kleiner Chor“ der die moderne Chorliteratur weiter verfolgte. Nach wenigen Jahren nahm die Zahl der Sängerinnen und Sänger im Traditionschor sehr schnell ab, so dass sich der „Kleine Chor“ mit dem Traditionschor zusammenschloss.

Heute singt der Chor eine Mischung aus modernen und traditionellen Stücken und wirkt an verschiedensten Anlässen im Ort und auch außerhalb z.B. bei befreundeten Vereinen sehr erfolgreich mit.


Seit 2012 veranstaltet der Verein in einem zweijährigen Rhythmus beim Publikum sehr beliebte Konzerte. Ein Jahr später fanden erstmalig an verschiedenen Wochenenden im Frühsommer Weinstände statt die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen. 

Das Brunnenfest, das seit Jahrzehnten alljährlich im September vom Gesangverein veranstaltet wird, ist jedes mal ein Höhepunkt für die Ortsbevölkerung. Das Fest wird von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger aller Altersgruppen genutzt um sich mitten im Ort auf dem Bornplatz zu treffen, um Kontakte zu pflegen, Neubürger zu integrieren und die vielfältigen Angebote zu nutzen.  


Der Gesangverein Wildsachsen ist heute ein angesehener und anerkannter Verein in Hofheim und Umgebung, der neben dem Gesang seine soziale Aufgaben im Ort erfolgreich wahrnimmt. Dank seiner engagierten Mitglieder und der professionelle Führung ist auch für die Zukunft eine erfolgreiche Entwicklung zu erwarten.